„Eine große Parallelaktion? Studenten und Arbeiter im Mai 68“, Vortrag und Diskussion mit Ingrid Gilcher-Holtey (Universität Bielefeld) am 9.6.2010, 18h Audimax II

Die 68-Kontroverse: kapitalistische Modernisierung und soziale Emanzipation
Vortragsreihe des Fachschaftsrats Geschichte im Sommersemester 2010

Der Fachschaftsrat Geschichte lädt ein zu einem Vortrag mit Diskussion von

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey (Universität Bielefeld)

„Eine große Parallelaktion? Studenten und Arbeiter im Mai 68“

am Mittwoch, den 9. Juni 2010, 18 Uhr Audimax II

Im Mai 1968 kulminierten in Frankreich die Auseinandersetzungen zwischen den revoltierenden Studierenden und dem Staate General de Gaulles. Sprengkraft hatte das (mehr oder minder mit selben Zielen) agierende lose Bündnis aus Studierenden und Arbeiter_innen, das nach den massiven Protesten in Paris im Rest des Landes aktiv wurde und in einem mehrtätigen Generalstreik am 13. Mai seinen Höhepunkt fand.

In der Bundesrepublik stand im Mai 68 die Verabschiedung der Notstandsgesetze bevor, mit denen die Kriminalisierung der außerparlamentarischen und antimilitaristischen Bewegung sowie der Bundeswehreinsatz im Innern erleichtert wurden. Schon vorher arbeiteten u.a. Gewerkschafter und Studierenden an gemeinsamen Aktionen (wie im Kuratorium Notstand der Demokratie) gegen die geplante Notstandsverfassung und der damit verbundenen Aushöhlung der Demokratie. Mitte Mai 1968 gipfelten die Aktivitäten in einem Sternmarsch auf Bonn. Der von vielen Einzelgewerkschaften und Studierenden geforderte Generalstreik wurde vom DGB abgelehnt.

Die sozialen und politischen Proteste haben die ökonomische und politische Herrschaft in beiden Länder schwer erschüttert. Weitreichende soziale und politische Reformen und eine neue kulturelle Offenheit waren die Folge, aber auch eine gesellschaftliche Polarisierung. Ein dauerhafter gesellschaftlicher Durchbruch der Emanzipationsbewegung blieb eine unerfüllte Hoffnung.

Mit welchen Ambitionen das damalige Engagement von Studierenden und Arbeiter_innen unternommen wurde, wie sich die Ziele der Bewegung entwickelten und unterschieden und inwiefern die Konflikte zwischen den konventionellen Organisationsformen sozialen Protests (Gewerkschaften, Parteien) sowie der sog. „Neuen Linken“ den Erfolg der außerparlamentarischen Opposition minderte soll in dieser Veranstaltung thematisiert und diskutiert werden.