Beiträge von Sascha

Die 68-Kontroverse: „Reformziele und Reformpraxis nach 1968 – Erinnerungen und Erwartungen an die Zukunft“, Vortrag und Diskussion mit Peter Fischer-Appelt

Die 68-Kontroverse:
„Kapitalistische Modernisierung und soziale Emanzipation“

Vortragsreihe des Fachschaftsrats Geschichte im Sommersemester 2010

Der Fachschaftsrat Geschichte lädt ein zu einem Vortrag mit Diskussion von

Prof. Dr. Peter Fischer-Appelt
(Präsident der Universität Hamburg, 1970-1991)

„Reformziele und Reformpraxis nach 1968 – Erinnerungen und Erwartungen an die Zukunft“

Dienstag, 29. Juni 2010 um 18 Uhr, Hörsaal A, VMP 5 („WiWi-Bunker“)

Einen Fokus in der Kontroverse zwischen technokratischer Reformpolitik und umfangreicher gesellschaftlicher Veränderungen bildete um 1968 die Frage nach der Veränderung der Bildungsinstitutionen. Die Universitäten waren und bewegen sich weiterhin (so z.B. im „Bolognaprozess“ und dem Konzept der unternehmerischen Hochschule sichtbar) im Spannungsfeld zwischen gesellschaftlicher Emanzipation und kapitalistischer Verwertungsdogmatik.

So sind die Hochschulreformen in den 1960ern (wie die demokratische Massenuniversität und das forschende Lernen als pädagogisches Grundprinzip) nicht aus dem Nichts entstanden, sondern bedurften sozialer Bewegung und engagierter Fürsprecher aus allen Mitgliedergruppen der Universität.

Die Negation der Errungenschaften der Reformuniversitäten von konservativer und partikular ökonomisch interessierter Seite – die demokratische Mitbestimmung sei „ineffizient“ und würde die sogenannten „Leistungsträger“ hemmen, das Studium sei „praxisfern“, weil es nicht einseitig den Forderungen der Arbeitgeber folgte usw. – und die so legitimierte Entdemokratisierung und Kommerzialisierung der Wissenschaftseinrichtungen seit mehr als zehn Jahren hat nicht zu einer Verbesserung des Studiums und der Lehre beigetragen.

In der Reflexion über die Ziele und Praxis der Hochschulreform um 1968 lassen sich heute aufhebenswerte Grundsätze (Demokratisierung, soziale Öffnung und kritischer Gesellschaftsbezug) diskutieren, überdenken und weiterentwickeln. Auch die Frage nach Akteuren und gesellschaftspolitischen Zielen der demokratischer Reform und ihrer Gegner soll Gegenstand der Erörterung sein.
Will die Universität ein „öffentlicher Raum der kulturellen, sozialen und politischen Auseinandersetzung“ sein (Leitbild der Universität Hamburg), so müssen ihre Mitglieder wissenschaftliche Inhalte wie auch die inneruniversitäre Organisation im Bewusstsein ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auf kooperativer Basis erarbeiten.

„Eine große Parallelaktion? Studenten und Arbeiter im Mai 68“, Vortrag und Diskussion mit Ingrid Gilcher-Holtey (Universität Bielefeld) am 9.6.2010, 18h Audimax II

Die 68-Kontroverse: kapitalistische Modernisierung und soziale Emanzipation
Vortragsreihe des Fachschaftsrats Geschichte im Sommersemester 2010

Der Fachschaftsrat Geschichte lädt ein zu einem Vortrag mit Diskussion von

Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey (Universität Bielefeld)

„Eine große Parallelaktion? Studenten und Arbeiter im Mai 68“

am Mittwoch, den 9. Juni 2010, 18 Uhr Audimax II

Im Mai 1968 kulminierten in Frankreich die Auseinandersetzungen zwischen den revoltierenden Studierenden und dem Staate General de Gaulles. Sprengkraft hatte das (mehr oder minder mit selben Zielen) agierende lose Bündnis aus Studierenden und Arbeiter_innen, das nach den massiven Protesten in Paris im Rest des Landes aktiv wurde und in einem mehrtätigen Generalstreik am 13. Mai seinen Höhepunkt fand.

In der Bundesrepublik stand im Mai 68 die Verabschiedung der Notstandsgesetze bevor, mit denen die Kriminalisierung der außerparlamentarischen und antimilitaristischen Bewegung sowie der Bundeswehreinsatz im Innern erleichtert wurden. Schon vorher arbeiteten u.a. Gewerkschafter und Studierenden an gemeinsamen Aktionen (wie im Kuratorium Notstand der Demokratie) gegen die geplante Notstandsverfassung und der damit verbundenen Aushöhlung der Demokratie. Mitte Mai 1968 gipfelten die Aktivitäten in einem Sternmarsch auf Bonn. Der von vielen Einzelgewerkschaften und Studierenden geforderte Generalstreik wurde vom DGB abgelehnt.

Die sozialen und politischen Proteste haben die ökonomische und politische Herrschaft in beiden Länder schwer erschüttert. Weitreichende soziale und politische Reformen und eine neue kulturelle Offenheit waren die Folge, aber auch eine gesellschaftliche Polarisierung. Ein dauerhafter gesellschaftlicher Durchbruch der Emanzipationsbewegung blieb eine unerfüllte Hoffnung.

Mit welchen Ambitionen das damalige Engagement von Studierenden und Arbeiter_innen unternommen wurde, wie sich die Ziele der Bewegung entwickelten und unterschieden und inwiefern die Konflikte zwischen den konventionellen Organisationsformen sozialen Protests (Gewerkschaften, Parteien) sowie der sog. „Neuen Linken“ den Erfolg der außerparlamentarischen Opposition minderte soll in dieser Veranstaltung thematisiert und diskutiert werden.

Veranstaltungsreihe des FSR Geschichte | Vortrag und Diskussion mit Arndt Neumann und Peter Birke: „Arbeit, Kultur und Alltagspolitik in der ,globalen Revolution‘ der 1968er Jahre“, Dienstag, 18.5.2010 19 Uhr Phil C

Der Fachschaftsrat Geschichte lädt euch ein zu einem Vortrag mit anschließender Diskussion von Arndt Neumann und Peter Birke

Am Dienstag, den 18. Mai 2010 um 19 Uhr an der Uni HH in Hörsaal Phil C, VMP 6

Zum Thema:

„Arbeit, Kultur und Alltagspolitik in der ‚globalen Revolution’ der 1968er Jahre“:

Wie greift die Politik, wie greift die Revolte in den Alltag ein? Und was ist das überhaupt, Alltag? Und was wäre eine „Alltagsgeschichte“, die von einer „globalen Revolution“ handelt?

Die aktuelle Debatte um die Folgen der sozialen Kämpfe der „1968er Jahre“ läuft vielfach darauf hinaus, die Sphären zu trennen, in denen sich „Alltag“ abspielt:
es heißt in diesem Zusammenhang, dass „1968″ vor allem eine „consumer revolution“ oder eine „cultural revolution“ gewesen sei.
Beide Sphären werden letztlich mit „Freizeit“, mit der Welt „jenseits der Arbeit“ gleichgesetzt. Eine offene Analyse der Bedeutung der Revolte hat demgegenüber ihren Ausgangspunkt in der Frage, wie die Frage der Arbeits- und Lebensverhältnisse insgesamt mit den sozialen Konflikten seit den 1968er Jahren zusammenhängen.

Dabei geht es einerseits um den sich verändernden Alltag in der Arbeit, um die weltweiten Proteste gegen das historische Arbeitsregime und die auf sie folgenden Reformen. Andererseits geht es um die Frage nach der Bedeutung der „Kultur“ und um die These, dass ein Arbeitsbegriff, der „Konsum“ und „Freizeit“ strikt ausgrenzt, heute als anachronistisch gelten muss.

Erst auf der Grundlage der Einsicht in diese beiden Zusammenhänge kann – so meinen wir – die Frage nach der „Alltagspolitik“ der 1968er-Proteste (und der Gesamtheit ihrer Ambivalenzen und Widersprüche) sinnvoll gestellt werden.

„Studentenrevolte als Generationsprotest?“

Die 68-Kontroverse:
„Kapitalistische Modernisierung und soziale Emanzipation“
Vortragsreihe des Fachschaftsrats Geschichte im Sommersemester 2010

Der Fachschaftsrat Geschichte lädt ein zu einem Vortrag mit Diskussion von

Prof. Dr. Axel Schildt
(Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg)

Zum Thema:
„Studentenrevolte als Generationsprotest?“

Dienstag, 4. Mai 2010 um 19 Uhr, Hörsaal PHIL C, VMP 6

Die Frage nach der Rolle während der Nazi-Zeit ist bestimmend für das Verhältnis der Studentengeneration der 1960er Jahre zur Elterngeneration.
Wie hatten sich die eigenen Eltern zwischen 1933 und 1945 verhalten?
Marschierten sie fromm mit oder zogen sie sich „in die Privatheit“ zurück oder wagten sie gar Widerständigkeit, indem sie Verfolgten Unterschlupf gewährten oder dem Widerstand halfen?

Auf der politischen Bühne der Bundesrepublik richteten sich scharfe Proteste gegen die aus dem Hitlerreich übernommenen mittleren und gehobenen Funktionsträgern bzw. deren Reinstallierung in die alten Positionen.
Die Ohrfeige Beate Klarsfelds gegen Bundeskanzler Kiesinger (NSDAP, CDU) am 7.11.1968 ist da nur die (publikumswirksamste) Spitze gewesen.
Konrad Adenauer hatte Nazis wie den Juristen Hans Globke in hohe Ämter gehievt, mit Kurt
Georg Kiesinger war ein ehemaliger NSDAP-Mann Bundeskanzler. Und der Chef der Wehrmachtsabteilung „Fremde Heere Ost“ klärte weiter unter der schützenden Hand der CDU im Osten auf.

So mag es den Anschein haben, als sei Triebfeder der Studentenrevolte vor allem der Bruch mit der Elterngeneration. Die Fixierung auf diese Gegnerschaft birgt jedoch in sich, eigene Ansprüche der Studentenbewegung für tiefgreifende kulturelle und soziale Veränderungen in Gegenwart und Zukunft in den Hintergrund treten zu lassen.
Insofern sollte dies kritisch hinterfragt und diskutiert werden.

Der Vortrag Schildts ist der Auftakt zur studentischen Veranstaltungsreihe des FSR Geschichte zu „1968“.

Im Sommersemester 2010 finden noch folgende Vorträge statt:

18. Mai 2010, 19 Uhr PHIL C: Dr. Peter Birke (Hamburg)
„Arbeit, Kultur und Alltagspolitik in der ‚globalen Revolution’
der 1968er Jahre“

09. Juni 2010, 19 Uhr AUDI II: Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey (Bielefeld)
„Eine große Parallelaktion? Studenten und Arbeiter
im Mai 68“

29. Juni 2010, 19 Uhr (Ort offen): Prof. Dr. Peter Fischer-Appelt (Uni-Präsident 1970-91)

Im Herbst wird die Reihe fortgesetzt mit Vorträgen von Karl-Heinz Roth (Bremen, ehemals
AStA-Uni Hamburg) sowie Oskar Negt (Prof. em. Uni Hannover).

Vortrag von PD Dr. Rainer Nicolaysen: Rebell wider Willen? Fritz Fischer und die Geschichte eines nationalen Tabubruchs (21.04.)

Der Fachschaftsrat Geschichte möchte euch auf folgenden Vortrag von Herrn PD Dr. Rainer Nicolaysen am kommenden Mittwoch, den 21.4.2010 um 18 Uhr in der Staatsbibliothek aufmerksam machen:

Mit seinem 1961 erschienenen Buch „Griff nach der Weltmacht. Die Kriegszielpolitik des kaiserlichen Deutschland 1914/18“ löste der Hamburger Historiker Fritz Fischer (1908-1999) den ersten großen Historikerstreit der Bundesrepublik aus. Die „Fischer-Kontroverse“ gilt heute als eine „vergangenheitspolitische Schlüsseldebatte“, durch die erst die Kontinuität der deutschen Geschichte ins Blickfeld gerückt wurde. Der Vortrag geht der Frage nach, warum gerade Fischer zum überfälligen Tabubrecher wurde. Dabei wird seine akademische Karriere im „Dritten Reich“ ebenso beleuchtet wie die Entwicklung seiner dezidierten Aufklärungsforschung nach 1945.

Rainer Nicolaysen ist Privatdozent für Neuere Geschichte an der Universität Hamburg und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der dortigen Arbeitsstelle für Universitätsgeschichte.
Verein für Hamburgische Geschichte in Zusammenarbeit mit der Staats- und Universitätsbibliothek Carl von Ossietzky.

Der Vortrag findet am 21. April, 18 Uhr im Vortragsraum, 1. Stock statt. Der Eintritt ist frei.

Eintrag auf den Seiten der Staatsbibliothek
Homepage des Vereins für Hamburgische Geschichte

FSR Geschichte zur Stupa-Kandidatur der Liste „Geisteswissenschaften“

Liebe KommilitonInnen,

anbei findet Ihr den „Kleinen Historix Nr. 27″ vom Januar 2010 pünktlich zu den Wahlen zum Studierendenparlament, welcher sich mit der sogenannten Liste „Geisteswissenschaften“ auseinandersetzt.

Zusammenarbeit oder Konkurrenz und Partikularismus – Zur Kandidatur der Liste „Geisteswissenschaften“ bei den Wahlen zum Studierendenparlament 2010

Die Wahlen zum Studierendenparlament finden in der kommenden Woche, 11.1. – 15.1.2010 statt. Gewählt werden kann an verschiedenen Urnen auf dem Campus, so z.B. im Foyer des Philosophenturms.

Sofern noch nicht geschehen: Briefwahl für den Akademischen Senat, das höchste demokratisch gewählte Gremium der Universität, ist noch möglich bis Montag, den 18. Januar 2010 (Eingang: 14 Uhr) oder persönlich durch Einwurf in die in den Wahlunterlagen angegebenen Wahlbriefkästen bzw. direkt beim Wahlamt der Universität.

Die Hymne des Präsidenten

Ich bin der Präsident
Ich mische mich auch ein
Ihr seid alles faule Säcke
Ihr solltet fleißiger sein!

Für die Gebührenfreiheit des Studiums!

Seit Semesterbeginn läuft in der Universität Hamburg die hamburgweite Unterschriftenkampagne für Gebührenfreiheit.
Die Evaluierung des Hamburgischen Hochschulgesetzes (HmbHG) steht kurz bevor, und nun geht es darum, die Gebührenfreiheit des Studiums auch im Hochschulgesetz zu verankern: der entsprechende Paragraph soll durch den Druck der Öffentlichkeit gestrichen werden.

Hier könnt Ihr die Unterschriftenliste herunterladen

Weitere Listen könnt Ihr am Infostand im Philturm-Foyer bekommen und volle Listen in die Urne neben der Pförtnerloge im Philturm-Foyer einwerfen.

www.gebuehrenfreiheit.de

Buchtipp: „Uni-Angst und Uni-Bluff heute“

Anlässlich des Semesterbeginns ein Buchtipp des FSR Geschichte:

„Uni-Angst und Uni-Bluff heute“ von Wolf Wagner, in aktualisierter und vollständig überarbeiteter Neuausgabe von 2007:

Uni-Angst und Uni-Bluff hat schon vielen Generationen von Studierenden geholfen, die abweisende und einschüchternde Wissenschaftsfassade der Universität als Mythos zu durchschauen. Die Neuausgabe, 15 Jahre nach der vollständig überarbeiteten Fassung von 1992, nimmt Rücksicht auf die reformierte Hochschullandschaft und die tief greifend veränderten Studier- und Lehrbedingungen durch die Verbreitung des Internets. Mit Tipps zum wissenschaftlichen Arbeiten und zum Überlebenstraining im universitären Chaos – eine unterhaltsame Pflichtlektüre für alle Erstsemester und solche, die es werden wollen.

Link zur Verlagsseite

Auweter-Kurtz für Merkel

Wie die Union am letzten Sonntag in einer großen konservativen Tageszeitung aus dem Raum Frankfurt am Main mit illustren Gesichtern wie Uschi Glas, Oliver Bierhoff und anderen für Angela Merkel warb, so findet sich darunter auch die gestürzte Uni-Präsidentin Monika Auweter-Kurtz wieder – standesgemäß mit dem Hinweis „Universitätspräsidentin a.D.“.

Klick auf das Bild zur Vollansicht:

Auweter-Kurtz und Merkel